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The Navajo Code Talkers

Painting by Teddy Draper, Sr.

Amerikas Geheimwaffe im Kampf gegen die Japaner im 2. Weltkrieg

By Gerald Knowles
Die ersten Navajo-Rekruten kamen aus allen Richtungen. In ihren ausgewaschenen Jeans und verstaubten Stiefeln reisten sie ins Marine-Lager nach Kalifornien, manche zu Pferde, andere wiederum bestiegen die Züge von Flagstaff, Arizona oder Gallup, New Mexico. Im Jahre 1943 dienten 191 Navajo Code Talker. Im zweiten Weltkrieg dienten schließlich 450 Code Talker im Pazifik.

Die Navajo Marines zeichneten sich vor allem durch ihre überlegene Beweglichkeit, Widerstandskraft und Zielsicherheit aus - Fähigkeiten, die es später ermöglichen sollten, hinter feindlichen Linien zu operieren und hervorragende Nachtmanöver durchzuführen.

Die Befehlshabenden waren vom Einsatz der Navajo-Soldaten verwirrt. Ihre ursprüngliche Aufgabe bestand darin, Botschaften innerhalb der Kampfzonen von einer zur anderen Person zu übermitteln. Gleichzeitig zweifelten viele der für die Geheimhaltung zuständigen Offiziere am Wert und der Sicherheit dieser Nachrichten. Glücklicherweise konnten diese Mißverständnisse behoben werden.

Auch heute, 50 Jahre später, haben viele Menschen ein falsches Bild vom Gebrauch der Navajo-Sprache als Kriegskommunikationscode. Während die Beweglichkeit, die Widerstandfähigkeit und der Mut der Navajo-Soldaten im Pazifikfeldzug legendär wurden, blieb der Gebrauch des Codes weitestgehend mißverstanden. Er wurde fälschlicherweise als einfacher Prozess zwischen zwei miteinander sprechenden Navajos gesehen. Im Gegensatz dazu war der Hauptbeitrag der Navajo Soldaten zerebral. Die Navajo-Soldaten hatten buchstäblich eine alternative Navajo Sprache erfunden. Sie veränderten und ersetzten Wörter aus ihrem Wortschatz. Das Ergebnis war Navajo-Durcheinander. Nicht einmal die Navajos konnten den neuen Code der Navajo-Soldaten verstehen. Überdies wurde der Navajo Code nicht aufgeschrieben, sondern nur im Gedächtnis verankert. Der Navajo Code-Talk war geboren und wurde eine der mächtigsten Waffen, die von den USA im Pazifikfeldzug benutzt wurden.

Trotzdem war der Militärgeheimdienst weiterhin skeptisch und verlangte eine Demonstration. Zwei der besten Geheimdienst-Offiziere, Spezialisten im Knacken von Codes, wurden beauftragt, den Navajo Code Talk zu testen. Als diese nicht einmal die Laute übertragen konnten, geschweige denn ihre Bedeutung näher beschreiben konnten, wurde die Anwendbarkeit dieses Codes endgültig auch von offizieller Seite bestätigt. Als die Japaner den Navajo Code das erste Mal hörten, waren sie vollkommen irritiert und es gelang ihnen erst Jahrzehnte nach dem Krieg die Quelle dieses Codes zu enthüllen. Der Navajo Code war streng geheim und behielt diesen Status bei bis 1968.

King Mike machte sich mit der ursprünglichen Gruppe auf zum Trainingscamp der Navajo Code Talkers. King lebte im Monument Valley, da die Farm der Familie seiner Ehefrau dort angesiedelt war. Diese Gegend zählte ohne Zweifel zu einer der abgelegensten Gemeinden in der Navajo Nation und konnte nur über eine 60 Meilen lange ungeteerte Straße erreicht werden. Von hier aus startete King Mike seinen langen Weg in den weiten Pazifik, wo er eine entscheidende Rolle in einem der blutigsten Kämpfe des 2. Weltkrieges spielen sollte. King Mike war der einzige Überlebende der 1.

King Mike at end of war celebration
King Mike at end of war celebration
Brigade auf Guam und wurde kurz vor der Invasion Okinowas in die 6. Division des 22. Regiments gerufen. Die Navajo Code Talker wurden einem von zwei Teams zugeordnet. Eines war ein Kampfschiff-Team, das andere der Nachrichtendienst des Regimentes. King war Mitglied des fünfköpfigen Nachrichtendienst-Team. Dieses Team bestand aus einem Zerstörungsspezialisten, einem japanischem Sprecher, einem Kommunikationsex-perten, einem Techniker und einem Navajo Code Talker. Das Team landete üblicherweise am Strand und bewegte sich dann landeinwärts, um hinter feindlichen Linien zu kommen. Manchmal passierte dies unmittelbar nach einem Bombardement direkt an der Küste. Die Aufgabe des Teams bestand darin, per Funk feindliche Stellungen, die Größe des Gegeners und eventuell geeignete Routen für eine Invasion zu übermitteln. Da die Gefahr von Tod oder Gefangennahme zu groß war, wurden geheime Informationen stets gefunkt und nicht persönlich überbracht. Code Talker kamen nach Bombenangriffen, um den Schaden zu schätzen, während die Japaner immer noch in ihren Verstecken ausharrten. Die Nachrichtenübermittlung war entscheidend für den Erfolg der amerikanischen Truppen bei der Bereitstellung der Informationen, wo und wann Angriffe gestartet werden sollten.

Diese Code Talker, die Teil des Angriffsteams waren, hielten die Japaner davon ab, die Kommunikation auf dem Schlachtfeld zu überwachen und zu kontrollieren. Je weiter die Truppen auf Saipan fortschritten, desto dichter wurde der Granatenhagel. Die Marines mußten deshalb das Hauptquartier anfunken, um den Beschuß umzuleiten. Das Hauptquartier war sich sicher, daß kein Amerikaner soweit in das Landesinnere vorgedrungen sein konnte und daß es sich folglich um einen japanischen Soldaten handeln mußte, der wie ein Amerikaner klang. Erst nachdem sich einer der Code Talker den Funkspruch angehört hatte, waren die Offiziere in der Kommandozentrale davon überzeugt, daß die Truppen in der sehr weit vorgedrungenen Position tatsächlich Amerikaner waren.

Richard Mike, Mitinhaber des Burger Kings in Kayenta und drei weiteren Burger King Restaurants in Page, Chinle und Shiprock, ist der Sohn von King Mike. Er berichtete davon, daß sein Vater wiederkehrende Alpträume hatte, in denen er von japanischen Soldaten mit einem Bajonett verfolgt wurde. Nachts kam es immer wieder zu Begegnungen mit dem Feind hinter feindlichen Linien. Viele von Kings Freunden wurden in solchen Hinterhalten getötet. King Mikes erstes Regiment wurde auf Guam getötet und die Überlebenden wurden in die 6. Division, 22. Regiment eingeteilt. Auch Teddy Draper, Senior hatte Alpträume, in denen er eine der furchtbaren Landminen der Japaner auslöste. Viele von Drapers und Mikes Freunden starben in den Bodenkämpfen und Hinterhalten in totaler Dunkelheit hinter feindlichen Linien. Als die Code Talker endlich nach Hause kamen, gingen sie durch spezielle Zeremonien, die "Enemy Ways" genannt wurden. Diese sollten sie von den schmerzhaften Kriegserinnerungen und dem Geist der Toten befreien.

King Mike schickte eine Postkarte mit dem Bild des Sugar Loaf Hills von Okinowa nach Hause und schrieb auf der Rückseite, daß der blutigste und dreckigste Kampf im Südpazifik auf diesem Berg ausgetragen wurde. Die Japaner eroberten den Berg zehn mal. Bei den Angriffen auf den Sugar Loaf Hill starben insgesamt mehr Soldaten als in irgendeinem anderen Kampf in der Geschichte des Marinekorps. 2662 Soldaten starben im Krieg um Sugar Loaf und 1289 erlitten schwere emotionale Zusammenbrüche. Dennoch erinnern sich nur wenige an diesen Tag im April, da Präsident Roosevelt an genau diesem Tag verstarb. Schließlich siegten die Marinesoldaten ein zehntes Mal und sicherten sich damit endgültig den Berg.

Code Talker Teddy Draper, Senior erzählt von der Rolle der Code Talker an der Front im Krieg von Iwo Jima, das er als "Hölleninsel" bezeichnet. Die 36 tägige Tortur war geprägt durch Bodenkämpfe, Handgranateneinsätzen, Bayonett-Duellen und dem Einsatz von Flammenwerfern durch die US-Truppen. Die gefallenen Kameraden mußten in der heißen tropischen Sonne liegengelassen werden, da eine Rettung in den meisten Fällen auch den Tod für die Retter bedeutet hätte. Je weiter die Zeit fortschritt, desto häufiger glaubten die Soldaten, daß der Tod der einzige Ausweg aus dem höllischen Kampf sei. Als der Krieg vorbei war, merkte Major Howard Connor an, daß die Soldaten ohne die Hilfe der Navajos (Code Talker) nie in der Lage gewesen wären, den Iwo Jima in ihre Gewalt zu bringen.

Als General Setzo Avisue, dem Kopf der japanischen Geheimhaltung nach dem Krieg von den Code Talker berichtet wurde, seufzte dieser: "Danke. Ich dachte, dieses Puzzle würde nie gelöst werden". Der Navajo Code Talk scheint der einzige ungebrochene Code in der Geschichte der Kriegsführung gewesen zu sein.

Der Navajo Code Talk war so streng geheim, daß er erst 1968, zu einer Zeit, als die Einstellung gegenüber Krieg jede wahre öffentliche Anerkennung des Code Talks als eine der wichtigsten Waffen in der Verteidigung vor den Japanern durchkreuzte. Da der Code Talk so streng geheim war, konnte auch kein Navajo Code Talker öffentlich geehrt werden. So wurden auch keine Paraden ihretwegen abgehalten.

Präsident Ronald Regaen ehrte die Navajo Code Talker im Dezember 1981 für "ihren Einsatz, ihre einzigartige Leistung, ihren Patriotismus, Einfallsreichtum und Mut". Der 14. April 1983 wurde durch die Bemühungen von Senator Dennis D. Concini zum Navajo Code Talker Tag erklärt.

Die Beharrlichkeit der japanischen Soldaten, das komplizierte Gelände, das Klima und die Verteidigung des Feindes hätte die Amerikaner auch davon abbringen können, die Inseln im Pazifik zu gewinnen. Viele sind deshalb der Auffassung, daß die Navajo Code Talker letztlich die amerikanischen Truppen im Gleichgewicht hielten und den Sieg brachten.